Reinebringen

Malerische Aussicht auf den Lofoten

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Aussicht vom Reinebringen
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Die Aussicht vom 442 Meter hohen Reinebringen oder auch Reinebriggen, dem Hausberg des Örtchens Reine, zählt du den schönsten der Lofoten. Für uns war die Wanderung und der Ausblick von dort oben eines unserer persönlichen Lofoten-Highlights.

Wanderung auf den Reinebringen

Ausgangspunkt und Eingang

Nachdem Du Dein Auto an der Brücke Richtung Reine abgestellt hast, geht’s zunächst zu Fuß in Richtung Tunnel weiter. An diesem führt dann links ein Fußweg vorbei. Dem Weg folgend, sieht man bereits nach einigen Metern weiße Pfeile. Diese markieren den Einstiegspunkt in den Wanderpfad hinauf zum Reinebringen. Der restliche Wanderweg ist nicht mehr direkt, sondern von selbst gekennzeichnet: Ausgetretene Pfade, verfärbte Birken und Seile weisen Dir den Weg.

Einstieg zum Reinebringen

Aufstieg

Vor der Wanderung solltest Du genug Zeit für Auf- und Abstieg eingeplant werden. Erfahrene Wanderer und Bergsteiger schaffen die Tour hinauf sicherlich einfacher und schneller, für Gelegenheitswanderer und je nach körperlicher Verfassung sollten sowohl hinauf als auch für den Abstieg zwischen 90 bis 120 Minuten oder auch mehr eingeplant werden. Der Weg führt teilweise sehr steil über Geröll, moorigen, erdigen bzw. schlammigen oder mit Wurzeln bewucherten Untergrund, sowie an Felskanten vorbei. Aus diesem Grund solltest Du die Tour nur bei trockenem Wetter unternehmen, ansonsten droht Rutsch- und Absturzgefahr! Bestenfalls sollte es auch die Tage davor einigermaßen trocken gewesen sein.

Wir sind selbst auch ein paar Mal weggerutscht, haben uns aber auch immer wieder gegenseitig unterstützt und Halt gegeben – sprechen also aus persönlicher Erfahrung 🙂 Eine weitere Empfehlung ist bei solchen Touren deshalb stets: Nie alleine, mindestens immer zu zweit eine solche Wanderung unternehmen. Letztlich ist auch nicht immer ein Mobilfunkempfang gewährleistet und wann der nächste Wanderer im Ernstfall vorbeikommt, weiß niemand…

Bereits zu Beginn ist der Weg steil (ca. 45% Steigung). Wenn Du denken solltest, danach wird es besser – Wir müssen Dich leider enttäuschen: Bis zur Aussicht auf dem so genannten Sattel wird es steiler und steiler (bis zu 70% Steigung). Es beginnt mit einem Trampelpfad durchs Unterholz und über Fels. Schon eingangs triffst Du das erste Mal auf ein befestigtes Seil, das beim Passieren einer Felskante unterstützen soll. Danach besteht der weitere Weg größtenteils aus losem Geröll, sowie moorigen und erdigen, teilweise auch schlammigen Untergrund.

Mehrfach treffen wir auf befestigte Seile, mit denen man sich teilweise sehr steile Böschungen hinaufziehen muss. Wir hatten allerdings das Pech, dass eine Passage, die durch ein Seil unterstützt wurde, noch sehr nass war. Nasser Felsen und Schlamm zwingt uns, von diesem direkten Weg Abstand und stattdessen einen anderen Weg zu nehmen, welcher über einen großen Felsblock hinweg führt. Auch hier zahlt sich erneut die gemeinsame Wanderung aus. Wir können uns gegenseitig unterstützen und kamen zügig über das Hindernis…

Rückblick auf den Weg hinauf zum Reinebringen

Die Aussicht vom Sattel aus

Ist der beschwerliche Weg nach oben endlich absolviert, wirst Du mit einem grandiosen Panorama belohnt und Du kannst das Örtchen Reine in seiner ganzen Pracht erfassen. Die weite Aussicht ist einfach fantastisch und entspricht dem klassischen Postkarten-Motiv der Lofoten. Wanderer, die noch nicht genug haben, können noch einen weiteren kleinen Anstieg auf einen Felsen unternehmen, von wo aus die Aussicht noch besser sein soll. Wir haben uns diese etwas höhere Aussicht gespart und lieber das gute Wetter genossen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause kannst Du Dich als Beweis für Deine Ankunft mit einem Eintrag im Gipfelbuch verewigen. Diese liegt in einem kleinen Postkasten und ist somit recht gut vor Regen geschützt. Natürlich haben wir uns auch eingetragen. Blättere mal etwas durch, sofern noch Einträge von 2013 zu finden sind, wirst Du uns finden 🙂

Gipfelbuch des Reinebringen

Abstieg

Schließlich lösen wir uns von der tollen Aussicht. Es wird Abend. Wenn auch schweren Herzens wird es Zeit für den Abstieg. Nicht weniger beschwerlich, teilweise gefährlicher und anstrengender als der Anstieg ist er, unser Abstieg. Denn hinunter steigt das Risiko des Abrutschens an. Wir gleiten schneller über das lose Geröll und merken, dass wir weniger Halt haben. Trotz guter Wanderstiefel*. Andere Wanderer kommen uns mit Wanderstöcken entgegen. Bestimmt an einigen Stellen eine tolle Unterstützung zur Entlastung der Arme und Kniegelenke, denken wir uns. Für uns heißt es gut aufpassen und immer weiter Stück-für-Stück voran, um auch unten wieder heile anzukommen… Unten angekommen, sind wir verschwitzt, aber zufrieden. War eine tolle Tour und gutem Wetter. Ein einmaliges Erlebnis. Ob wir noch einmal hinaufsteigen? Wahrscheinlich nicht… 🙂

Parkmöglichkeiten am Reinebringen

Direkte Parkmöglichkeiten sind leider nicht vorhanden. Es besteht die Möglichkeit an der E10 vor der Brücke Richtung Reine sein Auto auf einem kleinen Parkplatz (Platz für ca. vier bis fünf Autos) abzustellen. Oftmals ist der Platz aber z.B. durch Wohnmobile belegt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, hinter der Brücke zu parken. Hier finden nochmals auf jeder Seite circa zwei bis drei Autos Platz.

Fotogalerie

Tipps

  • Nimm ausreichend zu Trinken mit. Wenn Du eher ein Gelegenheits-Wanderer bist, wird die Tour durchaus anstrengend werden. Schau Dir vorab unsere Packliste an, in welcher wir wichtige Utensilien für jede Wanderung auflisten.
  • Achte wie bei nahezu allen Touren in Norwegen auf festes Schuhwerk. Flip-Flops, Turnschuhe und ähnliche „Latschen“ sind tabu.
  • Stets das Wetter im Auge behalten, im Zweifelsfall umdrehen. Die Tour sollte ohnehin nur bei trockenem Wetter angegangen werden
  • Nicht alleine wandern. Mindestens zu zweit unterwegs sein und am besten einen Dritten wie z. B. den Hausvermieter über die geplante Wanderung informieren. Das hört sich zwar übertrieben an, aber gerade beim Reinebringen hört man immer wieder von Unfällen.

Reinebringen 2018 – Ist eine Wanderung noch sicher?

Unsere Wanderung ist jetzt schon über fünf Jahre her. 2013 war der Weg bereits ziemlich zertrampelt und man musste höllisch aufpassen, wo man hintritt. Im Zuge von Instagram & Co. hat der Reinebringen nochmals einen zusätzlichen Schub an Popularität erlangt. Jeder will ein Selfie oben auf der Spitze machen. Entsprechend soll auch der Wanderweg so extrem zertreten sein und sich verschlechtert haben, dass man ihn 2018 kaum noch sicher bewältigen kann. So zumindest diverse Kommentare, die im Netz zu finden sind.

Inzwischen hat die Gemeinde Moskenes wohl sogar Warn- und Verbotsschilder aufgestellt, der viele Leute aber überhaupt nicht interessieren. Eine Folge davon sind diverse schwere Unfälle, teilweise mit tödlichem Ausgang. 2015 stürzte ein 21-jähriger Tourist aus den USA 100 Meter in die Tiefe. Ein weiteres Unglück ereignete sich im Herbst 2017. Wir können also an dieser Stelle nur nochmal davor warnen: Wenn Du wirklich auf den Reinebringen steigen willst, zeige angemessenen Respekt, gehe nicht allein, ziehe feste Wanderstiefel an und beachte die Bergregeln. Unerfahrene Wanderer sollten sich eventuell lieber ein anderes Ziel suchen.

Da die Touristen die Warnungen ignorieren, hat die Gemeinde nun beschlossen, den Weg sicherer zu machen. Aus diesem Grund hat man nepalesische Sherpas beauftragt, eine „Treppe nach oben“ zu bauen. Steinstufen, welche von Hubschraubern nach oben geflogen und von den Sherpas verbaut werden, sollen den Weg wieder sicherer machen. Wann mit der Fertigstellung zu rechnen ist, steht aber noch nicht fest.

Umgebungskarte

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Weblinks

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4 Kommentare

  1. Der Aufstieg wird von den lokalen Behörden dringstens abgeraten, da der Weg noch schlechter geworden, als oben beschrieben.

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