Reisebericht 2014: Tromsø

Zwischen Eismeer, grandioser Natur, verschwundenem Gepäck und Stromausfall.

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Tromsø Reisebericht 2014
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Nord-Norwegen – unser erklärtes Sehnsuchtsziel. Die südlicheren Gefilde Norwegens rund um Fjordnorwegen bis hinauf zum Polarkreis sind wunderschön, keine Frage. Trotzdem war es bereits die vorigen Male ein verdammt tolles Gefühl, den Polarkreis zu überschreiten und im Paradies Nordnorwegen zu anzukommen. Das Nordland-Tor (Nordlandsporten) spielt hierbei seine Karten sowohl emotional als auch euphorisch brillant aus J In die Lofoten hatten wir uns bereits Jahre zuvor verliebt, doch im Sommer 2014 sollte es noch weiter nördlich gehen. Wir wollten unbedingt noch weiter rauf! Bis zum Nordkap sollte es bei dieser Reise noch nicht reichen, dieser Traum sollte es vier Jahre später wahr werden. Dennoch stand die Region um Tromsø auf jeden Fall auf unserer Liste als Wunschziel.

Die Anreise nach Tromsø – Diese Mal per Flugzeug nach Nordnorwegen

In den vergangenen Jahren hatte unsere Anreise per PKW mit oder ohne Fähre in den Norden Norwegens schon immer zwei oder drei Tage aufgefressen. Die Tage verbrachten wir tagsüber auf der Straße und abends in Hotels, egal ob die Routen die E6 in Norwegen und über die Schwedisch-Lapplandroute durch Schweden führten. So ein angehängter Roadtrip ist auch ganz schön, aber ganz ehrlich? Wenn man nur das Bestreben hat, in zwei oder drei Tagen ein Ziel zu erreichen, dann hast Du nicht wirklich Zeit und Lust die Fahrt zu genießen. Du bist eher geschafft und genervt, wenn Du abends im Hotel eincheckst. Da wir nach Tromsø nochmal ein ganzes Stück extra hätten fahren müssen, entschieden wir uns dieses Mal per Flugzeug nach Norwegen zu reisen und vor Ort einen Mietwagen anzumieten. Die Anreise würde dann komprimiert auf einen Tag mit Anschlussflügen etwas stressiger werden, aber damit wäre es auch mit jeweils einem Tag für An- und Abreise erledigt. Ein gemütliches Ferienhaus fanden wir im Örtchen Oldervik gebucht, welches als unser Ausgangspunkt für die Tagestouren dienen sollte.

Die Reise startete in unserem Heimatort in Ostwestfalen und führte zur ersten Zwischenetappe am Düsseldorfer Flughafen. Da der Flug schon sehr früh morgens starte, reisten wir bereits einen Abend vorher an und gönnten uns noch ein paar Stunden Schlaf in einem Hotel am Flughafen. Das Hotel war in Laufweite, sodass wir am nächsten Morgen gegen 06:30 Uhr zu Fuß zum Terminal gehen konnten. Check-In und Gepäck aufgeben. Vor uns eine Dame mit sechs Koffern. Wow, die hatte wohl eine längere Reise vor sich oder einfach nur eine riesige Kleiderauswahl dabei. Danach weiter zur Sicherheitskontrolle. Noch nicht viel los, entsprechend zügig kommen wir durch und können uns im Sicherheitsbereich noch mit Getränken versorgen. Der erste Zwischenstopp des Fluges führt zunächst über Kopenhagen in Dänemark. Auf norwegischen Boden setzen wir den ersten Fuß bei unserem zweiten Zwischenstopp: Trondheim.

Da Du in Norwegen (außer mittlerweile in Oslo bei bestimmten Fluglinien) Dein Gepäck am ersten Flughafen in Norwegen abholen musst (es wird nicht durchgecheckt) wollten wir genau das tun. Also auf zum Gepäckband und wir warteten. Und warteten. Und warteten. Die Zeit zum Anschlussflug wurde schon recht knapp, aber unser Gepäck kam und kam einfach nicht. Vielen anderen Reisenden ging es ähnlich. Dass es später noch nerviger werden würde, konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht erahnen…

Wir fragten jemanden vom Flughafenpersonal, wo denn unser Gepäck bliebe. Die freundliche Dame teilte uns mit, es würde heute aufgrund der verspäteten Ankunft durchgecheckt und wir sollten uns zur Sicherheitskontrolle begeben. Das taten wir dann auch, um danach im Laufschritt zum Gate zu gelangen. Ein Glück, das Flugzeug hatte gewartet. Als letzte Passagiere des Fluges betraten wir die Propellermaschine. Auf nach Tromsø! Als das Flugzeug gelandet war und wir endlich aussteigen durften, merkten wir eine leicht kalte, aber nicht unangenehme Luft auf der Haut. Wow, das fühlte sich gut an!

Doch dem ersten Wow-Gefühl sollte schon sehr bald die erste Ernüchterung folgen – wieder am Gepäckband. Wir warteten. Und warteten. Und warteten. Das kannten wir doch schon, oder? Unser Gepäck kam nicht. Super, beide großen Koffer waren verschwunden? Und das gleich bei unserem ersten Flug nach Norwegen… Also ab zum Gepäck-Schalter und die Koffer als vermisst aufgeben. Die Dame am Schalten notierte sich Name, Flugnummer, Aussehen der Koffer und unsere Mobilfunknummer. Sie meinte, normalerweise würden die Koffer immer nach spätestens 48 Stunden auftauchen. Manchmal würden sie z. B. über Oslo „umgeleitet“ und dann mit einem anderen Flugzeug ankommen. Zum Glück hatten wir einen Handgepäck-Trolley dabei, um uns notfalls über die ersten Tage retten zu können. Außerdem bekamen wir von der Dame noch zwei „Notfallkits“ mit, welche unter anderem Hygiene-Artikel enthielten. Danach holten wir unseren Mietwagen ab und fuhren nach einem Einkauf von Lebensmitteln nach Oldervik. Dort übernahmen wir unser Ferienhaus für die nächsten zwei Wochen. Die Vermieter begrüßten uns – etwas distanziert, aber nun gut.

So neigte sich unser erster Tag in Tromsø dem Ende zu…

Alles wird gut? Die Koffer tauchen doch noch auf, dafür gibt’s keinen Strom

Am nächsten Morgen trudelte sehr früh morgens eine SMS ein: „Ihr Gepäck wurde gefunden, bitte rufen Sie diese Nummer an“. Ein Glück, das Gepäck war doch schneller als erwartet wieder aufgetaucht und so riefen wir die angebende Rufnummer an. Auf Englisch gaben wir die Adresse der Ferienhauses durch, denn ein Bring-Service des Gepäcks war inklusive. Und tatsächlich kam dann nachmittags eine junge Dame zu unserem Ferienhaus. Im Kofferraum ihres Vans – unsere zwei knallroten Koffer. Das waren unsere, jawoll!

Die erste kleine Odyssee hatte also doch noch sehr schnell ein gutes Ende genommen. Bei Begutachtung der Banderole stellten wir zu unserer Verwunderung fest, dass die Koffer tatsächlich nicht dieselbe Route wie wir genommen hatten. In Trondheim waren sie nie gewesen. Stattdessen hatten die Koffer von Kopenhagen aus den Weg via Oslo und dann nach Tromsø genommen.

Im weiteren Verlauf des Urlaubs gab es neben dem Koffer-Erlebnis noch weitere Überraschungen. Unter anderem gab es in der ersten Woche unseres Aufenthalts ein Unwetter, bei dem tatsächlich ein Blitzschlag dafür sorgte, dass der gesamte Ort Oldervik für mehrere Tage ohne Strom war… Ein Glück, dass wir Sommer hatten und tagsüber nicht unbedingt auf Strom angewiesen waren. Weniger schön: Es gab demnach auch nur kaltes Wasser… Nachdem der Strom kurzzeitig von der irgendwo außerhalb des Örtchens angerückten Baukolonne wieder repariert werden konnte, fiel der Strom erneut aus. Irgendwas hatte da noch nicht richtig geklappt. Und so blieb es erstmal weiter dunkel, bis das Hauptkabel dann am Folgetag endlich repariert werden konnte.

Bei gutem Wetter konnten wir wunderbar die Umgebung von Oldervik erkunden

Unter und über Tromsø: Zwischen unterirdischem Parkhaus und Ausblick vom Storsteinen – unser restlicher Aufenthalt

Die restliche Zeit unseres Aufenthaltes hatten wir bis auf wenige Regentage gutes Wetter. Somit hatten wir ausreichend Gelegenheit, die Umgebung zu erkunden und unter anderem eine Wanderung zu einem kleineren Wasserfall und auf einen Berg in der Nähe zu unternehmen. Weiterhin stand natürlich eine Stadtbesichtigung Tromsøs und damit verbunden der (ehemals nördlichsten) Mack-Brauerei sowie der berühmten Eismeer-Kathedrale (norwegisch Ishavskatedralen) auf dem Plan. Spannend war alleine schon die Anreise und das Parken in der Stadt. Oder besser gesagt: Unter der Stadt. Tromsø hat zwischen 1988 bis 1999 gleich ein ganzes Tunnelsystem unter der Stadt samt unterirdischen Parkhaus gebaut. Unterteilt in verschiedene Abschnitte haben dort mehrere hundert PKWs Platz. Von dort aus führen dann Fußgänger-Wege hinaus ins Freie. Eine schöne, aber auch sehr aufwendige Idee, um das Stadtbild nicht durch Verkehrsströme und Parkplätze zu zerstören. Um den aufwendigen Bau zu finanzieren, gibt es in der Stadt und im Umland noch immer eine Benzinabgabe.

Eismeerkathedrale (Ishavskatedralen)

Nachdem wir etwas durch die Stadt geschlendert waren und einen kurzen Abstecher zu Mack-Brauerei unternommen hatten, wollten wir uns als Nächstes die Eismeer-Kathedrale anschauen. Zu Fuß marschierten wir über die Tromsøbrua. Von oben ist die Straßenbrücke über den Tromsøysund eines der elementaren Postkarten-Motive der Stadt. Auf der Brücke selbst hast Du einen tollen Ausblick, welcher jedoch durch die Sicherheitsgitter (zum Schutz vor Suizidversuchen) die freie Sicht jedoch stark einschränkt. Eigentlich schade… Am anderen Ende lag sie dann, die Kathedrale. Während sie schon von außen recht spektakulär ausschaut, ist von Innen vor allem das verbaute Buntglas wunderbar anzuschauen. Alles in allem waren wir aber nicht sehr lange drin, so viel gab’s dann insgesamt drinnen für uns auch nicht zu sehen.

Das Highlight der Tagestour sollte die Fahrt mit der Fjellheisen-Seilbahn auf den Hausberg Storsteinen sein. Bei bestem Wetter konnten wir dort oben bei Kaffee und Kuchen eine grandiose Aussicht über das „Tor zum Eismeer“ genießen. Vom oben liegenden Café aus erkundeten wir noch die umliegende Gegend und suchten uns ein etwas abgelegenes Plätzen. Von dort aus konnten wir bei freier Sicht wunderbar die Stadt fotografieren.

Blick vom Storsteinen / Fjellheisen

Ein weiteres Highlight dieses Urlaubs war ein Abstecher auf die Insel Senja. Leider war der Besuch zu kurz, um alles zu sehen. Senja gilt im Vergleich zu bspw. den Lofoten noch als Geheimtipp. Entsprechend sind die Straßenverhältnisse auch (noch) nicht so toll ausgebaut wie die des südlicheren Insel-Archipels. Dennoch bietet die Insel bietet „Norway in a nutshell“ für Norwegen-Enthusisasten. Zwischen Bergen und Meer kannst Du an schönen Sandstränden das kristallklare Wasser bewundern. Klasse, aber für sich alleine bestimmt eine zweiwöchige Reise wert. Elisa von take an adVANture war Ihr fünftägiger Aufenthalt auch zu kurz. Also steht Senja weiterhin auf unsere Liste für einen ausgiebigeren Besuch.

Wunderschöne Sandstrände auf Senja

Die Rückreise: Ciao Tromsø, auf Bald!

Wie eigentlich bei jeder Reise war auch unser Tromsø-Urlaub viel zu schnell vorbei. Und so gings am letzten Ferientag zurück in Richtung Flughafen. Der recht kleine Flughafen war an dem Morgen schon gut besucht. Es musste sich um eine Schulklasse oder einen Sportverein handeln, die ebenfalls dort waren und nun alle einchecken wollten. Die Gepäckaufgabe dauerte sehr lange und endete damit, dass später an einer Stelle in der Halle sämtliche Koffer im Weg standen. Ob die alle im richtigen Flugzeug landen würden? Wir waren nach unserer Anfangs-Odyssee gespannt auf später.

Die Treppe rauf und fix durch die Sicherheitskontrolle. Naja, nicht ganz so fix. Die Sicherheitsbeamten hatten heute wohl große Lust zum Kontrollieren und so mussten mehrere Fluggäste – auch wir – sogar die Schuhe ausziehen und in Socken durch den Metalldetektor. Die Schuhe kamen mit aufs Kontrollband. Nach einer kurzen Wartezeit im Sicherheitsbereich erfolgte dann das Boarding und wir sagten bye, bye Tromsø – es war schön. Auf zu unserem ersten Zwischenstopp des Rückfluges: Oslo-Gardermoen. Ein sehr moderner Flughafen, was allerdings unsere lange Wartezeit auch nicht sonderlich verkürzen wollte. Nach der zweistündigen Wartezeit sollte es dann zum Zwischenstopp in Frankfurt gehen. Auch dort hieß es wieder warten bis zum Anschlussflug zurück nach Düsseldorf.

Norwegen von Oben aus dem Flugzeug

In Düsseldorf angekommen gingen wir zum Gepäckband, um unsere Koffer abzuholen. Ob es dieses Mal klappen würde? Wir warteten am Gepäckband und hofften, dass unser Gepäck bald aus dem Schacht über das Band laufen würde. Zweimal hintereinander das Pech von verschwundenem Gepäck, das konnte ja wohl nicht sein… Und tatsächlich: Nach ein paar Minuten konnten wir unsere knallroten Koffer über das Gepäckband laufen sehen. Erst der eine und wenige Minuten später auch der zweite. Inzwischen war es nach 20 Uhr. Wir holten unseren Mietwagen ab und brachen auf zur letzten Etappe gen Heimat auf…

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